Rufnummer der Mitläuferzentrale: 0203-5090895

Hans-Peter Weyer ist zu folgenden Zeiten
Montag, Dienstag, Donnerstag 07 – 11 Uhr und 14 – 18 Uhr
sowie Mittwoch 07 – 12 Uhr erreichbar bzw. ruft zurück.

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Mitläuferliste aktualisiert (08.10.2015)

Liebe Mitläufer, liebe Mitglieder, liebe Leser,

in den letzten Monaten waren eine Menge Mails liegengeblieben, da wir drei Vorstandsmitglieder uns mit sehr vielen persönlichen Dingen zu beschäftigen hatten und keine Zeit für die Aufarbeitung der Verwaltungsarbeit vorhanden war.

Heute habe ich mich ein paar Stunden hingesetzt und die Mails abgearbeitet, die sich mit Löschung, Änderung oder Neueintragung von Mitläufern beschäftigten. Ich bitte alle Mitläufer, sich noch einmal zu vergewissern ob ihre Daten nun richtig in der Liste stehen. Bitte Änderungen an hpweyer@wirgehenmit.org senden. Ich werde mich bemühen zeitnah Änderungen vorzunehmen.

Alle, die wegen Mitgliedschaft oder Kooperation an den Verein geschrieben hatten, bitte ich noch um etwas Geduld. Ihr werdet alle noch angeschrieben.

Es ist schon eine beachtliche Leistung, dass trotz der liegengebliebenen Verwaltungsarbeit die tatsächliche Begleitung durch die Mitläufer in den meisten Fällen erfolgreich durchgeführt werden konnte. Immer noch fehlen uns aber in vielen Orten weitere Mitstreiter, die bereit sind andere Menschen zu begleiten. Wenn Du dazu gehören und Dich gern engagieren möchtest, sende bitte eine Mail mit den Daten, die in der Liste veröffentlicht werden dürfen, an hpweyer@wirgehenmit.org.

Voraussetzungen für die Tätigkeit als Mitläufer? Du solltest unseren Kodex lesen und akzeptieren, freundlich und aufmerksam sein, nicht GEGEN das Jobcenter, sondern FÜR den begleiteten Menschen agieren wollen. Es geht bei den Mitläufern darum, den Menschen durch die Begleitung den Rücken zu stärken, damit sie in der Lage sind ihre Anliegen erfolgreich vorzutragen. Die Änderung der Hartz4-Gesetze überlassen wir den politischen Gruppierungen. Uns geht es darum, den Betroffenen zu helfen, wenigstens ihre Rechte aus den vorliegenden Gesetzen zu bekommen.

Die vor uns liegende Herbst- und Winterzeit lässt die Menschen wieder in Depressionen und dunkle Gedanken verfallen. Und dies wird durch persönliche Not, die nicht selten durch falsche Bescheide und Zahlungen und immer wieder erneutes Vorsprechen hervorgerufen wird, noch verstärkt.  Umso wichtiger ist es dann einen Menschen an der Seite zu haben, der mindestens moralische Unterstützung geben kann. All den Mitläufern, die sich dieser wichtigen Aufgabe zur Verfügung stellen von Herzen ein ganz besonderes Dankeschön!

In Abwandlung eines alten Werbespruchs grüße ich Euch/Sie alle und wünsche viel Kraft für die bevorstehenden Monate:

DieMitläufer – nie waren sie so wertvoll wie heute!

Ihr

Hans-Peter Weyer, 1. Vorsitzender

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Jobcenter-Sanktionen verfassungswidrig? Jetzt handeln!

Das Urteil des Sozialgerichtes in Gotha vom 26.05.2015 (Aktenzeichen: S 15 AS 5157/14) hat bundesweit für Aufregung gesorgt. Die 15. Kammer hält Sanktionen durch das Jobcenter für verfassungswidrig. Daraufhin wurde die Sache an das Bundesverfassungsgericht weitergeleitet, das nun darüber entscheiden muss. Nach Meinung vieler Rechtsexperten war die Weitergabe einer Beschlussvorlage an das Bundesverfassungsgericht längst überfällig. Was aber bedeutet das nun für Hartz4-Empfänger, die sanktioniert werden oder wurden?

Dass die Jobcenter nun nach dem Urteil aus Gotha Ihre Sanktionspraxis vorübergehend aussetzen, wie es von Rechtsexperten, Arbeitslosenvereinen und -gruppierungen, Beratungstellen und Politikern bereits gefordert wird, ist nicht wirklich zu erwarten. Aber es gibt Wege dieser Praxis zu begegnen.

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„Junge Welt“ berichtet

Am Samstag, 07.03.2015, wird die „Junge Welt“ ein Interview mit dem 1. Vorsitzenden des Vereins „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ Hans-Peter Weyer veröffentlichen.

Notwendiger denn je ist die Arbeit der „Mitläufer“ im ganzen Bundesgebiet. Immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig es ist, bei einem Amtsbesuch eine Begleitung an seiner Seite zu haben. So häufen sich auch immer mehr die Anfragen an die „Mitläufer“ und die Bitte um Beistand.

Doch mit „nur“ rund 400 Mitläufern im Bundesgebiet sind leider nicht alle Anfragen zu bewältigen. Die Arbeit wird kostenlos und ehrenamtlich durchgeführt und manch ein „Mitläufer“ bringt auch noch persönliche finanzielle Mittel ein, um Menschen zu begleiten. Aber alles hat auch seine Grenzen.

„Die Arbeit muss auf viel mehr Menschen aufgeteilt werden“, erklärt Hans-Peter Weyer „und deshalb brauchen wir noch viele weitere Mitläufer in allen Orten des Landes.“ Mitläufer kann man ab 16 Jahren werden. Voraussetzung ist lediglich, den Kodex der Mitläufer anzuerkennen und danach zu handeln. „Wir sprechen hier auch ganz gezielt Studenten aller Sozialberufe an“ so Weyer, „die haben hier eine fantastische Möglichkeit das Sozialsystem in Aktion kennenzulernen und zugleich Menschen zu helfen.“

Zur Werbung für weitere aktive Mitläufer und auch für den Bekanntheitsgrad dieser Solidargemeinschaft wünscht sich Weyer noch viel mehr Interviews, Artikel und Reportagen in den Medien in Deutschalnd.

Medien, die sich für die Arbeit der „Mitläufer“ interessieren, können sich mit Hans-Peter Weyer in Verbindung setzen. Alle Kontaktdaten sind unter Presse-Kontakt zu finden.

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Nächste Mitläufer-Schulung in Duisburg

Die nächste Mitläuferschulung findet am 29. Januar 2015 im Cafe So-Fa, Goebenstrasse 94 in 47169 Duisburg statt.

Der Verein “Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.” ist ein bundesweiter Verein, der kostenlos Menschen zum Amt begleitet. Gesetzliche Grundlage ist der § 13 Absatz 4 des SGB X. In dieser Schulung werden interessierten Mitläufern Grundkenntnisse bei der Begleitung vermittelt.

Zu diesen Grundkenntnissen gehören neben unserem Kodex und bestimmten Verhaltensregeln auch Sachkenntnisse und ein grober Überblick über die Inhalte der Sozialgesetzbücher insgesamt.

Die kostenlose Schulung beginnt um 18.00 Uhr und endet voraussichtlich gegen 21.00 Uhr. Anmeldung unter Tel. 0203-5090895.

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Noch ein Jahresrückblick 2014?

Liebe Mitläufer,
liebe Vereinsmitglieder,
liebe Begleitete,
liebe interessierte Leser!

Vermutlich haben Sie es auch schon gehört: das Jahr 2014 liegt in den letzten Zügen.

Zeit also einen Rückblick zu wagen auf die letzten 12 Monate. Auf Erfolge und Schwierigkeiten, auf großartige Erlebnisse und Leistungen, auf Fehler und Probleme – mal im Ernst, wer will diese Rückblicke wirklich? Ich zumindest möchte nicht zurück blicken. Die Vergangenheit ist nicht zu ändern. Und wo Fehler gemacht wurden, haben wir (hoffentlich) daraus gelernt.

Ich möchte an dieser Stelle lieber Danke sagen:

Danke, liebe Mitläufer, für Euer ehrenamtliches und kostenloses Engagement, in das Ihr oft nicht nur Zeit investiert, um zu helfen.

Danke, liebe Vereinsmitglieder, für Euer Vertrauen in diesen Verein und die Arbeit des Vorstands.

Danke, liebe Vorstandskollegen, dass Ihr Euch einsetzt, auch wenn persönliche Schwierigkeiten manchmal keine klaren Gedanken ermöglichen.

Danke, liebe Begleitete, für Euer Vertrauen in unsere Mitläufer und für Eure Bereitschaft von den Leistungen der Mitläufer weiter zu erzählen.

Danke, den vielen Gruppen, Vereinen, Organisationen mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten können und die zur Stelle sind wo unsere Kapazitäten und Kenntnisse nicht ausreichen.

Danke allen Medien, die durch sachliche Berichte und Artikel unsere Arbeit wohlwollend unterstützen.

Danke all denjenigen, die hier nicht explizit erwähnt werden, die aber auf ihre eigene Art die Mitläufer unterstützen.

Auch im kommenden Jahr wollen wir die Zahl der ehrenamtlichen Mitläufer weiter ausbauen. Weitere Schulungen vor Ort sind geplant und wir wollen die Schulung Internettauglich machen. Entweder durch Webinare oder durch die Verbreitung von Mitschnitten oder durch Streaming. All das ist in Planung und wartet darauf umgesetzt zu werden.

Sicher werden wir uns alle auch auf weitere Probleme und Aufgaben einrichten müssen, die auf die Menschen zukommen und unsere Arbeit erschweren werden.

Aber Mitläufer stehen weiterhin an der Seite der betroffenen Menschen und helfen so auch im nächsten Jahr aufrecht den Herausforderungen zu begegnen.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein glückliches neues Jahr

Hans-Peter Weyer
1. Vorsitzender WGM – Die Mitläufer e.V.

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AufRECHT bestehen – Aufruf zum Aktionstag 02.10.2014

Der Vorstand des Vereins „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ ruft ausdrücklich alle Betroffenen und alle Mitläufer auf, sich an diesem Aktionstag nach Möglichkeit zu beteiligen. Obwohl sich der Verein auch weiterhin politischen Aktionen gegenüber neutral verhält, ist in diesem Falle die wichtige Arbeit der Mitläufer direkt betroffen.

Im Folgenden veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Erwerbslosen-Forum Deutschland zum bundesweiten Aktionstag
„AufRECHT bestehen – keine Sonderrechte im Jobcenter“:

Unter dem Motto „AufRECHT bestehen – kein Sonderrecht im Jobcenter!“ wird am Donnerstag (2. Oktober) in über 30 Städten [1] mit einem Aktionstag die Kampagne gegen die geplanten Verschärfungen der Hartz IV-Gesetze gestartet. Aufgerufen dazu haben die bundesweiten Netzwerke der Erwerbslosen [2]. Unterstützung erhält die Kampagne mittlerweile auch von der Linkspartei und den Piraten. Ziel der Kampagne ist es das Gesetzgebungsverfahren, das unter dem Euphemismus „Vereinfachung des passiven Leistungsrechts“ bezeichnet wird, bis April 2015 kritisch zu begleiten. Dabei wollen die Initiatoren eine öffentliche Debatte gegen diese Verschärfungen erreichen. „Sollten die mittlerweile bekannt gewordenen Vorschläge der Bund-Länder-Arbeitsgruppe durchkommen, würde das bedeuten, dass wir ab dem nächsten Frühjahr im Sozialrecht dann ein Zweiklassenrecht hätten, wobei Erwerbslose dann Sondergesetzen unterliegen“, so Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland.

Dabei geht es an dem Aktionstag auch um die gegenwärtigen Schwierigkeiten, die Erwerbslose haben, um ihre rechtmäßigen Leistungen zu erhalten. Immerhin sind 35 Prozent aller Widersprüche erfolgreich. Das sind jeden Monat 21.000 erfolgreiche Widersprüche. Bei den Klagen liegt die Erfolgsquote sogar bei 44 Prozent, das sind rund 5.000 Gerichtsentscheidungen jeden Monat.

Geht es nach den 36 Vorschlägen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, müssen sich Hartz IV-Beziehende auf vieles gefasst machen. Danach sollen Daten häufiger abgeglichen werden, Umzüge erschwert und Erstattungsansprüche gegen Behörden gekappt werden. Alleinerziehende deren Kinder den anderen Elternteil besuchen müssen mit Leistungseinbußen rechnen. Zudem müssen sich Hartz IV-Beziehende auf Mietkürzungen einstellen, da Kommunen die Möglichkeit eingeräumt werden soll, dass diese die Miete und Heizkosten für ihr Gebiet pauschalieren. Dabei ist es dann egal, ob man in einer gut isolierten Wohnung wohnt oder in einem kalten Verschlag. Bisher werden Miete und Heizkosten getrennt gewährt, weil es unterschiedlichen Heizverbrauch gibt.

Kaum hinnehmbar ist ein Vorschlag, wonach Hartz IV-Beziehende damit rechnen müssen, dass sie ihre erhaltenen Hartz IV-Leistungen zurück zahlen müssen, wenn das Jobcenter zur Auffassung gelangt ist, dass sie sich nicht genug um Arbeit bemüht haben. Die Rückzahlung soll dann schon während des Leistungsbezug mit einem Abzug von 30 Prozent der Leistungen einsetzen. „Damit sind dann endgültig den Niedrigstlöhnen alle Türen geöffnet, denn Hartz IV-Bezieher fallen bei einer Arbeitsaufnahme nicht unter den zukünftigen Mindestlohn. Und wer bestimmt eigentlich, dass man sich nicht genügend um Arbeit bemüht hätte“, fragt Frank Jäger von Tacheles e.V.

Auch die wenigen positiven Vorschläge, die die Bundesarbeitsministerin vorab schon als echte Verbesserungen für Erwerbslose öffentlich gefeiert hatte, drohen wieder unter zugehen. So schießt die Union vehement gegen Nahles Plan, dass das 2006 eingeführte verschärfte Sanktionsrecht von unter 25jährigen wieder abzuschaffen. Bereits beim ersten Verstoß werden den jungen Menschen für drei Monate 100 Prozent der Leistungen abgezogen und beim zweiten Verstoß wird auch keine Miete mehr bezahlt. Die Folge war, dass zahlreiche junge Menschen deshalb in die Obdachlosigkeit getrieben wurden.

Positiv bleibt allenfalls, dass zukünftig die Miete bei Sanktionen nicht mehr gekürzt werden soll und das der Sozialleistungsbezug grundsätzlich pfändungsfrei werden soll.

„Die Vorschläge sind unserer Meinung keine Vereinfachung. Sie dienen eher dazu, dass die schon jetzt zahlreichen rechtswidrigen Entscheidungen der Jobcenter nachträglich legitimiert werden. Im Übrigen kann die Gewährung von Sozialleistungen niemals einfach sein, da es immer um den Umstand des Einzelfalls gehen muss. Aber genau darum geht es der Bundesregierung – das Wegsehen vom Einzelfall“, so Martin Behrsing vom Erwerbslosen Forum Deutschland.

[1] Termine und Aktionen

[2] Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg (ALSO), Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen (BAG PLESA), Erwerbslosen Forum Deutschland, Netzwerk und der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen (KOS), Initiative Soziales Europa, Tacheles e.V. Wuppertal und ver.di-Erwerbslosen.

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Drogentests sind Schikane gegenüber Arbeitlosen und Hartz4-Empfängern

Wie verschiedene Medien am 03.09.2014 veröffentlichten [1][2] hat die Agentur für Arbeit 88.000 Drogentests ausgeschrieben, um Arbeitslose zu testen. Dazu erklärt Hans-Peter Weyer, 1. Vorsitzender des Vereins „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ :

Welche Stellung maßt sich die Agentur für Arbeit mit dieser Aktion an? Werden Sachbearbeiter der Jobcenter jetzt zu „Geheimpolizisten“ und übernehmen polizeihoheitliche Aufgaben bei Arbeitslosen und Hartz4-Empfängern? Bei Verdacht auf Drogenmissbrauch ist die Polizei zu verständigen und nicht die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter!

Die fadenscheinige Begründung der Drogentest sei nur dafür gedacht die Voraussetzung für bestimmte Berufe zu testen, ist an Unverschämtheit nicht mehr zu überbieten. LKW- und Bus-Fahrer machen alle 5 Jahre eine ärztliche Untersuchung um eine Verlängerung der Lizenz zur gewerblichen Nutzung ihres Führerscheins zu bekommen. Dabei wird auf seiten des Amtsarztes nach gesetztlicher Vorgabe [3] speziell auch auf Anzeichen eines Drogen- und Alkoholmissbrauchs geachtet. Erst wenn ein begründeter Verdacht, aufgrund vom Arzt erkannter Symptome, vorhanden ist, kann der Drogentest angeordnet werden. Nicht nach Willkür eines Jobcenter-Mitarbeiters.

An Flughäfen werden regelmäßige ärztliche Untersuchungen schon zur Sicherheit des Personals angeordnet und sogar in den Tarifverträgen verankert. Auch in anderen, wie beispielsweise medizinischen, Berufen sind regelmäßige Untersuchungen Gang und Gäbe. Ausserdem sind hier ständig Kollegen in der Umgebung, die auf Verdachtssymptome achten. Ebenso in Kindergärten, Schulen und anderen sozialen Einrichtungen.

Dass es für die Anordnung eines Drogentestes eines begründeten Verdachts bedarf, hat schon 2013 das LG Heidelberg festgestellt [4]. Ich halte es für ausgeschlossen, dass Jobcenter-Mitarbeiter die nötige Fachkenntniss besitzen einen solch begründeten Verdacht zu äußern. Ob verschleierte Pupillen von Drogen- oder Alkoholmissbrauch, von notwendigen Antidepressiva oder einem starken Schmerz- oder Erkältungsmedikament herrühren, ist sicher von den meisten Sachbearbeitern in den Jobcentern nicht zu unterscheiden. Als begründeter Verdacht können Unwissenheit und bloße Vermutung jedoch nicht herhalten.

Es drängt sich der Verdacht auf, mit diesen Tests die Arbeitlosen und Hartz4-Empfänger weiter schikanieren zu wollen und auf gut Glück den Einen oder Anderen „erwischen“ zu können, um ihn zu sanktionieren. Ausserdem wird die Möglichkeit geschaffen vorgeschriebene (Um-)Wege auszuschalten und unter psychischen Traumata leidende und auf Medikamente angewiesene Menschen aufgrund eines vermeintlich „begründeten Verdachts“ auf die tatsächliche Einnahme von Medikamenten zu überprüfen.

Trotz aller möglichen Folgen, sollten Arbeitslose und Hartz4-Empfänger eine freiwillige Teilnahme an diesen Schikanen grundsätzlich ablehnen. Der daraufhin zu erfolgende Verwaltungsakt zwingt die Sachbearbeiter zu einer schriftlichen Ausführung des „begründeten Verdachts“. Mit diesem Schriftstück kann ich dann jedem nur empfehlen sofort einen Fachanwalt für Sozialrecht aufzusuchen.

Fußnote/Quellangaben

[1] http://www.focus.de/finanzen/news/arbeitsmarkt/bundesagentur-fuer-arbeit-riesen-test-arbeitslose-sollen-auf-drogen-ueberprueft-werden_id_4104373.html

[2] http://www.lvz-online.de/nachrichten/mitteldeutschland/drogentests-bei-der-jobsuche-arbeitsagenturen-mit-22000-test-pro-jahr/r-mitteldeutschland-a-253314.html

[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrtauglichkeitsuntersuchung

[4] http://www.kostenlose-urteile.de/LG-Heidelberg_3-O-40311_Anordnung-eines-Drogentests-durch-die-Agentur-fuer-Arbeit-nur-bei-konkretem-Hinweis-auf-moegliche-Suchtmittelabhaengigkeit-zulaessig.news16993.htm

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Frank K. gibt öffentlich Daten-Diebstahl zu

In einer Mail an alle Mitläufer des Vereins „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ hat der ehemalige Mitläufer Frank K. am 17.08.2014 öffentlich die eigenmächtige Übertragung der Mitläufer-Daten auf eine private Domain zugegeben. 

Dazu folgende Stellungnahme des Vorstandes:

„Uns war bei der Klarstellung [1] vom 24.06.2014 und dem damit verbundenen Beschluss  vorgeworfen worden persönliche Befindlichkeiten in den Vordergrund zu spielen. Die Ernsthaftigkeit des Daten-Diebstahls der zu dem Beschluss führte, wurde heruntergespielt und als Angriff auf die Integrität Frank K.s ausgelegt. Jetzt hat Herr K. in einer Mail an die Mitläufer des Vereins zugegeben, dass er die Daten in eine private Liste übernommen hat und wir werden mit Mails bombardiert, wie das denn möglich sein kann.

Deshalb wollen wir noch einmal darauf hinweisen, dass der Daten-Diebstahl nicht erst jetzt stattgefunden hat, sondern er war der Auslöser dafür Herrn K. von allen Aufgaben zu entbinden und ihm die Tätigkeit als Mitläufer und das Auftreten im Namen der Mitläufer zu untersagen. Der entsprechende Vorstandsbeschluss wurde auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20.07.2014 [2] von den Mitgliedern bestätigt.

Es geht nicht um persönliche Befindlichkeiten. Es geht nicht darum den Einsatz von Frank K. für die Menschen in seiner Umgebung zu schmälern. Es geht einzig und allein darum eine Datenschutzverstoß als das zu benennen, was er ist: eine Straftat! Und es geht darum, eine Idee nicht dem Fehlverhalten eines Mitglieds zu opfern.

Herr K. schreibt in seiner Mail u.a.:

Da ich der festen Überzeugung das die Idee des Mitlaufens eine der Wichtigsten  Sozialen Ideen unserer Zeit ist möchte ich auf jeden Fall sicherstellen das auch zukünftig Menschen ihren Mitläufer finden, habe ich die von mir geführte Liste als “Standallone” unter der Webadresse : http://diemitläufer.de weitergeführt.

Die Idee der Mitläufer-Suchliste basierte auf der Grundlage, dass jedermann Zugriff auf eine Liste bekommen kann, die einmalig in Deutschland ist und es mittelfristig ermöglichen soll in jedem Ort Deutschlands einen Mitläufer anzusprechen. Mitglieder der verschiedensten Vereine und Organisationen in Deutschland haben sich in diese Liste eintragen lassen, um diese deutschlandweit einzigartige Suchmöglichkeit zu unterstützen. Diese Idee, die Herr K. jetzt, wie im Zitat zu lesen ist, durch den Datenklau „schützen“ möchte, wird genau durch seine zweite Liste konterkariert. Die offizielle Mitläuferliste ist weiterhin über http://www.wirgehenmit.org/suche/ erreichbar und wird derzeit überarbeitet und aktualisiert.

Die Idee der Mitläufer und der Mitläufer-Suchliste sind zu wichtig, um sie dem Geltungsbedürfnis eines einzelnen Mannes unterzuordnen. Kein einziger Mitläufer in Deutschland spielt sich und seine Tätigkeit für die Menschen so in den Vordergrund wie Frank K. Keiner der rund 400 Mitläufer hat es nötig seine „Heldentaten“ ständig über Twitter, Facebook und Co zu verbreiten. Sogar unsere Feedbackseite auf der Homepage hat kaum Eintragungen. Sie sollte dem Erfahrungsaustausch dienen, aber sie wird nicht genutzt, weil seriöse Mitläufer ihre täglichen kleinen Erfolge für hilfesuchende Menschen nicht zur Selbstbeweihräucherung veröffentlichen müssen.

Die beim Verein „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ in die Liste eingetragenen Mitläufer sind Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich und kostenlos für hilfebedürftige Menschen zu engagieren. Keiner dieser Mitläufer erhält irgendwelche Zuwendungen. Alle tragen die mit ihrer Hilfeleistung verbundenen Kosten selbst, zum Teil aus ihrem Hartz4-Satz. Herr K. aber jammert sich seit Monaten Spendengelder für seine ehrenamtliche Tätigkeit zusammen.

Noch einmal: Niemand schmälert die Leistung, die Frank K. für jeden Einzelnen der Menschen erbringt, die er begleitet. Auch seine bisherige Arbeit für die Mitläufer wurde immer geschätzt. Aber bitte alles auf redliche und nicht auf rechtswidrige Art. Und bitte ohne sich selbst auf Kosten Anderer in den Vordergrund zu spielen.

Herr K. hätte seinen eigenen Verein gründen und „Wir gehen mit – die Mitläufer e.V.“ um Kooperation fragen können. Das wäre sicher möglich gewesen. Jetzt geht das nicht mehr. Wir können und wollen mit Niemandem kooperieren, der sich rechtswidrig verhält und ihm anvertraute Daten missbraucht. Rechtliche Schritte sind eingeleitet. Das sind wir den Mitläufern schuldig, die uns in dem Glauben ihre Daten anvertraut hatten, sie würden ausschließlich für die einmalige Idee der Mitläufer genutzt.“

Hans-Peter Weyer, 1. Vorsitzender
Robert Conin, stellv. Vorsitzender
Klaus Sommerfeld, Schatzmeister

[1] http://www.wirgehenmit.org/klarstellung/
[2] http://www.wirgehenmit.org/neuer-wgm-vorstand-gewaehlt/

 

 

Nachtrag v. 08.10.2015: Auf Bitte eines gleichnamigen IT-Freiberuflers aus Hannover, der mit diesen Vorfällen nichts zu tun hat, haben wir nachträglich den Nachnamen in verkürzter Form dargestellt.

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Neuer WGM-Vorstand gewählt

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20.07.2014 hat der Verein „Wir gehen mit – Die Mitläufer e.V.“ im Unperfekthaus in Essen einen neuen Vorstand gewählt.

Diese Mitgliederversammlung zur Neuwahl des Vorstandes war notwendig, nachdem die Mehrheit der Mitglieder eine schnellstmögliche aoMV gemäß § 8 Abs 2 der Vereinssatzung vom vorigen Vorstand verlangt hatte.

Der bisherige 1. Vorsitzende Hans-Peter Weyer (Duisburg) wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt.
Als neuer stellv. Vorsitzender konnte Robert Conin (Laupheim) alle Stimmen der Versammlung für sich gewinnen.
Auch Schatzmeister Klaus Sommerfeld (Erfurt) wurde erneut einstimmig mit der Fortführung seiner Aufgaben betraut.

„Mit dieser Neuwahl kann der neue Vorstand nun unverzüglich die Arbeit wieder aufnehmen“, erklärte 1. Vorsitzender Hans-Peter Weyer nach der Vorstandswahl. „Es sind in den vergangenen Monaten viele Dinge liegengeblieben, da der Vorstand nicht vollständig handlungsfähig war. Das wird sich jetzt ganz schnell aufarbeiten lassen.“

Von der eingeschränkten Handlungsfähigkeit des Vorstandes waren jedoch die bundesweiten Begleitungen in keiner Weise beeinträchtigt. „Diese Arbeit ist vor Ort von den ehrenamtlichen Mitläufern abhängig und nicht vom Vorstand“ beruhigt Weyer. „Da ist die Hilfe für Betroffene unvermindert weiter geleistet worden. Die Aufgaben des Vorstandes liegen in administrativen Aufgaben, Öffentlichkeitsarbeit/Presse, Spendenaquise, etc.“

In den nächsten Monaten sollen Schulungen für Mitläufer bundesweit ausgebaut werden, die als Beistände Menschen begleiten. Ausserdem werden größere Werbekampagnen und mehr Einsätze mit Flyern und Beratungen in den Regionen vor Ort geplant und durchgeführt, um die Arbeit der Mitläufer weiter bekannt zu machen. Anfragen und Vorschläge zu regionalen Veranstaltungen und Schulungen können an vorstand@wirgehenmit.org gemailt werden.

Protokoll_aoMV_20072014

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Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung

Gemäß § 8 Abs.2 der Satzung lade ich zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zur Neuwahl des Vorstandes ein.

Die aoMV findet statt am
Sonntag, 20.07.2014 um 14.00 Uhr im
Unpefekthaus, Essen, Friedrich-Ebert-Strasse 18.

Tagesordnung
01. Begrüßung der Teilnehmer
02. Feststellung der ordnungsgemäßen Einladung und der Beschlußfähigkeit
03. Zulassung von Gästen, Presse, etc.
04. Benennung des Protokollanten
05. Vorlage, Begründung und Bestätigung der Beschlüsse nach § 664 und § 665 BGB
06. Wahl des Wahlleiters
07. Entlastung des alten Vorstandes
08. Vorstellung Kandidaten 1. Vorsitzender
09. Wahl des 1. Vorsitzenden
10. Vorstellung Kandidaten stellv. Vorsitzender
11. Wahl des stellv. Vorsitzenden
12. Vorstellung Kandidaten Schatzmeister
13. Wahl des Schatzmeisters
14. Schlußwort des neuen Vorsitzenden

Ich freue mich auf rege Teilnahme.

Mit besten Grüßen
Hans-Peter Weyer
1. Vorsitzender

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